Beim Zusammenbau eines PCs konzentrieren sich die meisten auf CPU, GPU und Mainboard. Das Netzteil ist aber genauso wichtig. Es versorgt alle Komponenten des Systems mit Strom, und die Wahl des falschen Netzteils kann zu Problemen mit dem Kabelmanagement, Überhitzung oder sogar Kompatibilitätsproblemen führen.
Eine der häufigsten Fragen, mit denen PC-Bauer konfrontiert werden, lautet: ATX oder SFX?
Dieser Leitfaden erklärt die Unterschiede zwischen ATX- und SFX-Netzteilen, vergleicht deren Größe, Kühlung, Wattzahl und Geräuschpegel und hilft Ihnen bei der Entscheidung, welches Netzteil für Ihren nächsten PC-Bau das richtige ist.
ATX ist der von Intel im Jahr 1995 eingeführte Standard-Formfaktor für Netzteile. Er ist seit fast drei Jahrzehnten die Standardwahl für Desktop-Computer.
Typische Abmessungen: 150 mm breit × 86 mm hoch × 140–180 mm tief
Gängige Anwendungsfälle: Midi-Tower-Gehäuse, Full-Tower-Gehäuse, Workstations, Gaming-PCs
Für die meisten PC-Bastler bleibt ATX die standardmäßige und unkomplizierte Wahl.
SFX ist ein kleineres Netzteilformat, das speziell für kompakte PC-Gehäuse entwickelt wurde. Es wurde entwickelt, um den Bedürfnissen der wachsenden Community kleiner PCs gerecht zu werden.
Typische Abmessungen: 125 mm breit × 63,5 mm hoch × 100 mm tief (ca. 40 % kleineres Volumen als ATX)
Typische Anwendungsfälle: Mini-ITX-Gehäuse, kompakte Gaming-PCs, Heimkino-PCs, mobile LAN-Systeme
SFX ist kein besseres oder schlechteres Netzteil. Es ist ein Spezialwerkzeug für einen bestimmten Systemtyp.
Besonderheit | SFX | |
Größe | Standard (150×86×140‐180mm) | Kompakt (125×63,5×100mm) |
Wattbereich | 300 W – 1600 W+ | 300 W – 850 W (selten 1000 W) |
Lüftergröße | 120–140 mm | 80–92 mm |
Typischer Geräuschpegel | Niedrigere Drehzahl (größere Lüfter drehen sich langsamer) | Unter Last potenziell höher. |
Kabellänge | Länger – kann in kleinen Fällen unübersichtlich werden. | Kürzer – ideal für SFF |
Typische Fallunterstützung | Mittelturm / Vollturm | Mini-ITX / SFF |
Kühlung und Geräuschentwicklung im Detail: ATX-Netzteile verwenden größere Lüfter. Ein größerer Lüfter kann die gleiche Luftmenge bei niedrigerer Drehzahl bewegen, was in der Regel zu einem leiseren Betrieb führt. SFX-Netzteile müssen aufgrund ihrer kleineren Lüfter oft schneller drehen, um die gleiche Leistung zu kühlen, insbesondere in beengten Gehäusen mit eingeschränkter Luftzirkulation. Viele moderne SFX-Netzteile verwenden jedoch optimierte Lüfterkurven und hydrodynamische Gleitlager, um die Geräuschentwicklung auf einem akzeptablen Niveau zu halten.
Kabelmanagement: SFX-Netzteile verfügen in der Regel über kürzere, flexiblere Kabel. Dies ist besonders in kleinen Gehäusen von Vorteil. Bei der Verwendung eines ATX-Netzteils in einem kompakten Gehäuse muss man die überschüssige Kabellänge oft in jede verfügbare Öffnung stopfen, was den Luftstrom behindern und unordentlich aussehen kann.
Ja – mit einem SFX-zu-ATX-Adapter. Damit lässt sich ein SFX-Laufwerk in einem Standard-ATX-Gehäuse montieren. Manche nutzen dies, um ein vorhandenes SFX-Laufwerk weiterzuverwenden oder um im Gehäuse Platz für Kabelführung oder zusätzliche Laufwerke zu schaffen.
So gut wie nie. Die Abmessungen eines ATX-Netzteils passen nicht in Gehäuse, die ausschließlich SFX-Netzteile aufnehmen. Überprüfen Sie daher vor dem Kauf immer die Spezifikationen Ihres Gehäuses.
Jedes Gehäuse gibt in seinen Spezifikationen den unterstützten Netzteil-Formfaktor an. Nicht raten, sondern nachprüfen. Einige Kompaktgehäuse unterstützen sowohl ATX als auch SFX, viele jedoch nur eines von beiden.
Falls Sie später auf eine leistungsstärkere Grafikkarte oder CPU aufrüsten möchten, planen Sie ausreichend Leistungsreserven ein. Für SFX-Mainboards sind Netzteile mit hoher Wattzahl (750–850 W) erhältlich. Vergewissern Sie sich jedoch, dass Ihr Gehäuse bei diesen Leistungsstufen eine ausreichende Kühlung gewährleistet.
Bei manchen günstigen SFF-Gehäusen ist das Netzteil weit vom Mainboard-Anschluss entfernt. Prüfen Sie in Online-Rezensionen oder im Handbuch des Netzteils, ob die mitgelieferten Kabel lang genug sind. Umgekehrt können ATX-Netzteilkabel in sehr kleinen Gehäusen übermäßig lang und schwer zu verstecken sein.
Sowohl ATX- als auch SFX-Netzteile sind mit den Zertifizierungen 80 Plus Bronze, Gold, Platin oder Titan erhältlich. Eine höhere Effizienz bedeutet weniger Wärmeentwicklung im Gehäuse und einen geringeren Stromverbrauch – die verfügbare Zertifizierung kann jedoch je nach Modell und Marke variieren.
F: Kann ich ein SFX-Netzteil in einem ATX-Gehäuse verwenden?
A: Ja, mit einer Adapterhalterung. Einige SFX-Netzteile enthalten eine solche im Lieferumfang. Dies ist üblich bei SFX-Produktbeschreibungen mit der Bezeichnung „SFX + ATX-Halterung enthalten“.
F: Kann ich ein/e verwenden? ATX-Netzteil in einem SFX-Gehäuse?
A: Nein – ATX ist physisch zu groß für echte SFX-Gehäuse.
F: Welches ist besser zum Spielen geeignet?
A: Beide Netzteile leisten bei ausreichender Wattzahl die gleiche Arbeit. Der einzige Unterschied liegt in der Gehäusekompatibilität. Ein hochwertiges SFX-Netzteil mit 750 W versorgt einen Gaming-PC genauso gut wie ein ATX-Netzteil mit 750 W. Es benötigt lediglich weniger Platz.
Die Wahl zwischen ATX- und SFX-Netzteilen hängt letztendlich von einem Faktor ab: der Größe Ihres Gehäuses.
Prüfen Sie immer zuerst die Spezifikationen Ihres Gehäuses. Sobald Sie wissen, welcher Formfaktor passt, können Sie die richtige Wattzahl und Energieeffizienzklasse bedenkenlos auswählen.
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